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Kiautschou

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Kiautschou Artikel

Die Kiautschou-Bucht (in Pinyin Jiaozhou 胶州) war von 1898 bis 1914 eine deutsche Kolonie mit einer Größe von 552 km² und der Hauptstadt Tsingtau (Qingdao � 岛 - "Grüne Insel"). Gegenwärtig ist sie ein Teil der chinesischen Provinz Schantung (Shandong 山 东).

Buch-Tipp: Deutsche Kolonial- und Wirtschaftspolitik in China. 1840 bis 1914. Unter besonderer Berücksichtigung der Marinekolonie Kiautschou Fundierter Überblick Schon in dem 19. Jahrhundert war China für Deutschland ein interessanter und lockender Wirt­schaftsraum. Seit dem Ersten Opiumkrieg (1839-1842) engagierten sich deutsche Kaufleute vermehrt in dem Reich der Mitte und wurden dadurch zu Pionieren einer expansiven, imperialis­tischen Kolonial- und Wirtschaftspolitik des späteren Deutschen...

Kiautschou als deutscher Pachthafen

1860 gelangte eine preußische Expeditionsflotte nach Asien und erkundete die Gegend um die Kiautschou-Bucht. In dem Jahr darauf wurde ein chinesisch-preußischer Handelsvertrag unterzeichnet. Nach seinen Reisen nach China zwischen 1868 und 1871 empfahl Freiherr Ferdinand von Richthofen die Bucht von Kiautschou als möglichen deutschen Marinestützpunkt. 1896 behandelte auf Befehl von Admiral von Tirpitz eine weitere Flotte die Region.

Kiautschou Beschreibung
Kiautschou Beschreibung
Briefmarke deutsche Kolonie Kiautschou

1897 wurden zwei deutsche Missionare der Steyler Mission, deren Schutz das Reich bereits 1890 übernommen hatte, in China ermordet (1.11). Dieses war für Kaiser Wilhelm II. der willkommene Vorwand, die Bucht zu besetzen. Das Ziel, einen Stützpunkt in China zu erwerben, bestand schon seit Jahren und die Bucht von Kiautschou erschien sowohl Tirpitz wie auch dem Kaiser als geeignet. Wenige Monate darauf, am 6. März 1898, pachtete das Deutsche Reich die Bucht für 99 Jahre von der chinesischen Regierung. Knapp sechs Wochen später (am 27.04) wurde sie offiziell unter deutschen Schutz gestellt. Zu dieser Zeit zählte die Region ungefähr 83 Tausend Einwohner. Die Verwaltung unterlag nicht dem deutschen Kolonialamt, sondern dem Reichsmarineamt.

Die Kolonie wurde zu einem Vorzeigebeispiel deutscher Kolonialpolitik: 1914 zählte die Hauptstadt der Kolonie, das ehemalige Fischerdorf Tsiantao, über 200 Tausend Einwohner, verfügte über einen Naturhafen, Trinkwasseranlagen, eine Brauerei (die bis heute existiert), eine Universität und war an das Telegraphen- und Eisenbahnnetz angeschlossen.

In weiten Teilen der deutschen Öffentlichkeit waren große Erwartungen an den Erwerb Kiautschous geknüpft worden. Sie reichten von der Öffnung des riesigen chinesischen Marktes für den deutschen Handel über die maritime Weltgeltung bis hin zur Entstehung eines glanzvollen Kolonialreiches. In der Realität konnten diese Erwartungen alle nicht erfüllt werden. Kiautschou selbst erwies sich sehr schnell als ein finanzielles Fass ohne Boden: in den ersten zehn Jahren nach 1897 beliefen sich die Reichszuschüsse auf 100 Mio. Reichsmark, die Einnahmen erreichten nicht einmal ein Zehntel.

Buch-Tipp: Deutsche Kolonien und deutsche Kolonialpolitik: China, Kiautschou und die Kaiserliche Marine (Abschlußband): Atlas - Handbuch - Katalog der postalischen Entwertungen: 6 Eine Beschreibung zum Buch "Deutsche Kolonien und deutsche Kolonialpolitik: China, Kiautschou und die Kaiserliche Marine (Abschlußband): Atlas - Handbuch - Katalog der postalischen Entwertungen: 6" finden Sie auf der Seite des Buchhändlers. Um dorthin zu gelangen klicken Sie bitte auf den Link oberhalb von diesem Text. Sie werden...

Kiautschou zu Beginn des Ersten Weltkriegs

Kiatschou war durch das dritte Seebataillon besetzt (1400 Mann), das bei Kriegsbeginn durch 3400 Mann verstärkt wurde. Am 10.08 1914 stellte Japan ein Ultimatum, im die vollständige Übergabe des Gebietes verlangt wurde. Am 15.08 wiederholten sie ihre Forderung. Der Gouverneur, Kapitän zur See Alfred Meyer-Waldeck, ließ das Ultimatum unbeantwortet und war fest entschlossen, das Pachtgebiet bis zu dem „Äußersten zu verteidigen“.

Am 27.08 eröffneten japanische und englische Kriegsschiffe eine Blockade und bereits am 2.09 landeten die ersten Alliierten (4300 Mann) in China. Am 26.09 begannen Sturmangriffe auf die deutschen Stellungen, die jedoch erfolgreich zurückgeschlagen werden konnten. Nach den erfolglosen Angriffen zogen die Alliierten einen Belagerungsring um die Festung, so dass das Pachtgebiet bis zu dem 28.09 komplett eingeschlossen war. Seit Oktober wurden die alliierten Truppen ständig verstärkt. Am 31.10, nach einem neuntägigen Artillerie-Dauerbeschuss, begannen die Alliierten einen großangelegten Angriff auf die Festung, der wiederum abgewehrt werden konnte.

Anfang November ging der eingeschlossenen deutschen Schutztruppe die Munition aus, worauf man sich entschloss, sämtliche Artillerie und Kampfboote zu vernichten. Am 7.11 erfolgte schließlich die Kapitulation und die Besetzung durch Japan.

Buch-Tipp: Gelber Wind oder Der Aufstand der Boxer Das Buch "Gelber Wind oder Der Aufstand der Boxer" ist leider ohne Beschreibung. Klicken Sie auf den Link über diesem Text um zu der Seite des Buchhändlers zu gelangen. Beim Klicken ö ffnet sich automatich ein neues Fenster mit dem Entsprechenden Buch.

Kiautschou nachdem Ersten Weltkrieg

Durch den Versailler Vertrag wurde bestimmt, dass Deutschland alle Kolonien, und damit auch Kiautschou, abzutreten hatte. Bis 1922 blieb das Gebiet unter japanischer Verwaltung, bevor es an China zurückgegeben wurde. Heute zählt Tsingtau über 2,1 Millionen Einwohner und ist ein wichtiger Hafen.


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